Das Tiefbauamt (TBA) führt entlang des geplanten Tunnelverlaufs insgesamt 25 Sondierbohrungen durch, wie die Standeskanzlei in einer Mitteilung schreibt. Je nach Standort reichen diese zwischen 30 und 140 Meter tief in den Untergrund. Damit sollen die geologischen Verhältnisse im Berginnern erkundet werden. Die Erkenntnisse seien entscheidend, um die technische Machbarkeit des Tunnels beurteilen und die weitere Projektierung auf eine verlässliche Grundlage stellen zu können, sagt Kantonsingenieur Reto Knuchel.

Lage des Tunnels nicht definitiv
Untersucht werden neben dem Verlauf der Felsgrenze auch Aufbau und Lagerung der Lockergesteine sowie die Grund- und Bergwasserverhältnisse. Der Tunnel Silsersee ist derzeit ungefähr auf dem gleichen Höhenniveau wie das heutige Trassee der Malojastrasse vorgesehen.

Zeigen die Untersuchungen, dass der Tunnel durch bautechnisch günstigen Fels geführt werden kann, würde dies den Bau vereinfachen und vergünstigen. Sollten auf der vorgesehenen Linienführung hingegen längere Abschnitte mit losem Gehängeschutt festgestellt werden, will das TBA prüfen, den Tunnel tiefer ins Berginnere zu verlegen.

Die kürzeren Bohrungen im Bereich der beiden vorgesehenen Portale bei Sils/Föglias im Osten und Plaun dal Crot im Westen sind bereits abgeschlossen. Noch im Gang sind längere Bohrungen an teilweise abgelegenen und exponierten Standorten. Dabei kommen Raupenbohrgeräte und stationäre Bohranlagen zum Einsatz. Die geologischen Untersuchungen sollen voraussichtlich im Herbst abgeschlossen werden.

Verbindung entlang des Silsersees
Die laufenden Untersuchungen bedeuten noch keinen Baubeginn. Sie sollen zunächst die notwendigen Kenntnisse über den Untergrund liefern und als Grundlage für die weiteren Projektschritte dienen. Der geplante Tunnel ist Teil der langfristigen Sicherung der Malojastrasse. Entlang des Silsersees ist die Strasse insbesondere im Winter durch Lawinen und im Sommer durch Rüfen sowie Stein- und Blockschlag gefährdet. In den vergangenen Jahren musste die Verbindung deshalb wiederholt während mehrerer Stunden gesperrt werden.

Mit dem Tunnel soll die Malojastrasse künftig aus diesem Gefahrenbereich verlegt werden. Ziel ist eine langfristig sichere und möglichst ganzjährig verfügbare Strassenverbindung entlang des Silsersees. 

Medienmitteilung: Standeskanzlei/ep
Foto: Cédric Wellinger, Caprez Ingenieure AG, Silvaplana