Innert kürzester Zeit wurde die Anlage von grossen Mengen Wasser, Geröll und Schlamm überflutet. Nach ersten Einschätzungen dürfte auch die langanhaltende Trockenheit zu diesem Ereignis beigetragen haben. Die ausgetrockneten Böden konnten die grossen Wassermengen nur ungenügend aufnehmen. Dadurch bewegten sich Wasser und Geschiebe rasch talwärts. Die sichtbaren Schäden an der Anlage sowie die mitgeführten Gesteinsbrocken zeigen eindrücklich die Kraft der Wassermassen.

Das Ausmass der Schäden kann laut einer Medienmitteilung der EKW derzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden. Die betroffenen Bereiche werden aktuell begutachtet. Eine genaue Einschätzung ist erst möglich, wenn die Lage gesichert ist und die ersten Sicherungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.

Aus Sicherheitsgründen können die Räumungs- und Instandstellungsarbeiten erst aufgenommen werden, sobald die Situation vor Ort dies zulässt. EKW arbeite mit Hochdruck daran, die Anlage zu sichern, die Voraussetzungen für die erneute Wasserfassung zu schaffen und den ordentlichen Betrieb möglichst schnell wiederherzustellen.

Die Wasserfassung Tantermozza ist eine Bachfassung der Engadiner Kraftwerke im gleichnamigen Seitental des Engadins. Die Anlage liegt auf rund 1660 m ü. M. und ist als Tirolerfassung ausgeführt. Dabei wird Wasser über eine Rechenanlage in der Bachsohle gefasst, während Geschiebe und Geröll grundsätzlich im Bachlauf weitertransportiert werden.

Die maximale Fassungsmenge der Wasserfassung beträgt ein Kubikmeter pro Sekunde, das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von rund zehn Quadratkilometern. Über einen kurzen Fallschacht und eine 334 Meter lange Rohrleitung gelangt das Wasser in den Freispiegelstollen von S-chanf. Dieser führt unterirdisch ins Ausgleichsbecken Ova Spin und wird der Wasserkraftnutzung über den Pumpspeichersee Lago di Livigno und die Stauanlage Punt dal Gall zugeführt. 
Medienmitteilung Engadiner Kraftwerke AG