Wer ab dem kommenden Jahr einen Schlafplatz in einer bewirteten SAC-Hütte reserviert, bezahlt neu zehn Franken pro Person und Nacht. Erscheint der Gast wie geplant, wird der Betrag an die Übernachtungskosten angerechnet. Bei einer Stornierung oder einem Nichterscheinen verfällt die Gebühr. Der Schweizer Alpen-Club (SAC) reagiert damit auf ein Problem, das sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft hat: kurzfristige Absagen und sogenannte No-Shows.
«Für uns ist dieser Schritt sehr willkommen», sagt Sebastian Bahner, Präsident der SAC-Sektion Bernina. Wie viele andere hüttenbesitzende Sektionen habe auch die Sektion Bernina in den letzten Jahren zunehmend mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen gehabt. Die neue Gebühr soll deshalb nicht zusätzliche Einnahmen generieren, sondern die Verbindlichkeit erhöhen.
Folgen des Bergbooms
Als Auslöser der Entwicklung sieht Bahner unter anderem den Bergsport-Boom seit der Corona-Pandemie. Viele Menschen hätten damals die Berge neu für sich entdeckt. «Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung», sagt er. Gleichzeitig sei aber auch die Zahl der kurzfristigen Stornierungen und No-Shows gestiegen.
Das Problem beschränkt sich laut Bahner nicht auf einzelne Regionen oder bestimmte Hüttentypen. Sowohl hochalpine Hütten als auch stärker wanderorientierte Häuser seien betroffen. Die Ursachen seien allerdings unterschiedlich. Im hochalpinen Bereich würden immer bessere Wetterprognosen und Touren-Apps dazu führen, dass Touren kurzfristig umgeplant oder abgesagt würden. Einfach erreichbare Wanderhütten würden dagegen häufig von Gästen besucht, die wenig Erfahrung mit dem Hüttenbetrieb hätten und den organisatorischen Aufwand dahinter unterschätzten.
Hinzu kommen laut Bahner kommerzielle Anbieter, die gleichzeitig in mehreren Regionen Kontingente reservieren und sich erst kurz vor dem Termin für den attraktivsten Standort entscheiden. Werden solche Reservationen kurzfristig storniert, bleiben Zimmer oder ganze Schlafräume leer.
Das Problem beschränkt sich laut Bahner nicht auf einzelne Regionen oder bestimmte Hüttentypen. Sowohl hochalpine Hütten als auch stärker wanderorientierte Häuser seien betroffen. Die Ursachen seien allerdings unterschiedlich. Im hochalpinen Bereich würden immer bessere Wetterprognosen und Touren-Apps dazu führen, dass Touren kurzfristig umgeplant oder abgesagt würden. Einfach erreichbare Wanderhütten würden dagegen häufig von Gästen besucht, die wenig Erfahrung mit dem Hüttenbetrieb hätten und den organisatorischen Aufwand dahinter unterschätzten.
Hinzu kommen laut Bahner kommerzielle Anbieter, die gleichzeitig in mehreren Regionen Kontingente reservieren und sich erst kurz vor dem Termin für den attraktivsten Standort entscheiden. Werden solche Reservationen kurzfristig storniert, bleiben Zimmer oder ganze Schlafräume leer.
Aufwand bleibt bestehen
Für die Hüttenwarte haben kurzfristige Absagen gleich mehrere Folgen. Lebensmittel werden eingekauft, Personal organisiert und Betten reserviert. «Wenn die Gäste dann nicht erscheinen, bleiben nicht nur die Kosten bestehen, sondern es entsteht auch ein Verdienstausfall», erklärt Bahner. Oft könnten frei gewordene Plätze kurzfristig nicht mehr weitergegeben werden. Die zehn Franken sollen deshalb vor allem eine Signalwirkung entfalten. Gleichzeitig erwartet Bahner insbesondere bei grösseren Gruppen und touristischen Anbietern eine disziplinierende Wirkung. Für Einzelgäste sei der Betrag dagegen vergleichsweise moderat. Ähnliche Modelle würden auch beim österreichischen Alpenverein bereits angewendet oder diskutiert.
Wie stark die neue Regelung tatsächlich wirkt, wird sich allerdings erst zeigen. Der SAC wolle die Entwicklung eng verfolgen und regelmässig auswerten.
Hüttenfonds unter Druck
Von der Reservationsgebühr zu unterscheiden ist die Diskussion um den SAC-Hüttenfonds. Dieser dient der Finanzierung von Sanierungen und Ersatzneubauten der SAC-Hütten. In den vergangenen Jahren geriet der Fonds zunehmend unter Druck. Steigende Baukosten, strengere Vorschriften und die Folgen des Klimawandels haben schweizweit zu einem wachsenden Investitionsbedarf geführt.
«Der Hintergedanke der Reservationsgebühr war nicht die Finanzierung des Hüttenfonds», betont Bahner. Der Handlungsbedarf beim Fonds sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Bauen im Gebirge immer aufwendiger und teurer werde. Der SAC hat deshalb die Finanzierung seiner Hütten neu geregelt. Gleichzeitig wurden sämtliche SAC-Hütten auf mögliche Naturgefahren untersucht. Auch die Hütten der Sektion Bernina wurden analysiert. Besondere Schutzmassnahmen seien derzeit jedoch nicht erforderlich.
Bovalhütte bleibt auf Kurs
Für die SAC-Sektion Bernina steht in den kommenden Jahren vor allem ein Projekt im Mittelpunkt: der Ersatzneubau der Chamanna da Boval. Anders als bei anderen Hütten sind dabei Naturgefahren nicht ausschlaggebend. Vielmehr habe sich gezeigt, dass ein Ersatzneubau wirtschaftlicher sei als eine umfassende Sanierung der bestehenden Hütte.
Das Vorprojekt ist inzwischen abgeschlossen, derzeit läuft die Bauprojektphase. Noch in diesem Jahr soll das Baugesuch eingereicht werden. Erhält das Projekt wie geplant die nötigen Bewilligungen und kann die Finanzierung sichergestellt werden, soll zwischen 2028 und 2029 gebaut werden. Finanziert wird das Vorhaben über mehrere Quellen. Neben Beiträgen aus dem SAC-Hüttenfonds gehören dazu Darlehen der Regionalpolitik, Beiträge von Swisslos, Eigenmittel der Sektion sowie Spendengelder und Unterstützungsbeiträge von Gemeinden und Stiftungen.
Von den jüngsten Beschlüssen des SAC wird das Projekt allerdings kaum betroffen sein. Zwar wurde der maximale Beitragssatz aus dem Hüttenfonds für künftige Projekte reduziert. Für die Bovalhütte gilt jedoch eine Übergangsregelung, da das Vorhaben bereits weit fortgeschritten ist. «Wir haben Bestandsschutz», sagt Bahner.
Während der Bauarbeiten soll die Hütte nur während eines Teils der Sommersaison 2028 sowie während der Wintersaison 2029 geschlossen bleiben. Zudem prüft die Sektion derzeit provisorische Übernachtungsmöglichkeiten in der Umgebung, um den Betrieb möglichst wenig einzuschränken.
Autorin: Sina Margadant
Foto: SAC-Sektion Bernina
Autorin: Sina Margadant
Foto: SAC-Sektion Bernina
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