Der Eigentümer der Chesa Sulai, der im Dorf aufgewachsen ist, hat hier in den 1960er-Jahren seinen Vater bei der landwirtschaftlichen Arbeit unterstützt. Im Jahr 2013 konnten er und seine Frau das Haus von der Erbengemeinschaft übernehmen und liessen es unter fachkundiger Beratung des Bündner Denkmalpflegers Johannes Florin und der Architektin Mengia Mathis sanft renovieren.
Dabei wurde auch ein dendrochronologisches Gutachten erstellt, das die ältesten Holzbalken im Keller auf 1389 datiert. Die in Freskotechnik aufgebrachte Fassadendekoration hingegen nennt im Vierpassmotiv das Datum 1696 und wurde somit gut 300 Jahre später ausgeführt.
Die Besitzer des Hauses wählten die «Stiftung Ferien im Baudenkmal» – 2005 vom Schweizer Heimatschutz gegründet –, um auch andere Gäste an dem besonderen Wohnerlebnis im historischen Bauernhaus teilhaben zu lassen. Eigentlich besteht die Chesa Sulai aus drei Häusern, dem ältesten spätmittelalterlichen Teil, zweistöckig mit drei Räumen, dem linksseitig angrenzenden Strickturm aus dem 15. Jahrhundert und dem historischen Engadiner Bauernhaus, in dem 1540 die beiden Gebäude zusammengefügt wurden. Während des Schwabenkrieges 1499 blieb die Chesa Sulai im Gegensatz zu vielen anderen Engadiner Häusern von den Dorfbränden verschont.
Der Architekturanlass Open Doors Engadin findet am Wochenende des 27. und 28. Juni im Oberengadin und Bergell statt. Informationen unter: www.opendoors-engadin.org
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Autorin und Foto: Sabrina von Elten
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